14. September 2012
Wird Troja zum Disneyland? Das befürchtet der Tübinger Archäologe Ernst Pernicka. Schon jetzt würden über eine halbe Million Besucher jedes Jahr nach Troja kommen.
Zudem verlange die türkische Kulturverwaltung, dass mehr Geld für eine ansprechende Präsentation ausgegeben werde, damit stehe weniger für die Forschung zur Verfügung. Das sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Nach Ansicht Pernickas steht die Archäologie in der Türkei damit an einem Scheideweg. Seit 1998 graben Tübinger Archäologen an diesem Ort im Nordwesten der Türkei. Ab dem kommenden Jahr werden amerikanische Forscher die Grabungslizenz erhalten.
Nach Medienberichten könnte ein Streit um Kulturschätze die Ursache sein. So fordere die Türkei den Pergamon-Altar zurück, der in Deutschland verwahrt wird. Berühmtheit erlangte der Ort, weil er vom Dichter Homer in der "Ilias" bschrieben wurde. Die Griechen konnten mit dem Trojanischen Pferd den Krieg gegen die Bürger von Troja gewinnen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)