14. September 2012

Altvater: Europa kann als reine Währungsunion nicht überleben

"Fortschritt gibt es nur in Solidarität." Das schreibt Elmar Altvater in "Le Monde Diplomatique" in einem Essay zu Europa. Die Umverteilung von Wohlstand zwischen Nationen dürfe nicht zu einem Tabu erklärt werden. Sie müsse stattdessen als Alternative gesehen werden zur derzeitigen Europapolitik, denn die wird nach Ansicht Altvaters zu sehr von den Finanzmärkten beherrscht.

Vielmehr müsse nun über einen Übergang in "post-kapitalistische" Strukturen nachgedacht werden, die nicht mehr nur ausschließlich auf wirtschaftliches Wachstum setzten. Unbezahlte Freiwilligenarbeit mit Kindern oder für die Umwelt müsse dafür mehr gefördert werden.

Elmar Altvater ist emeritierter Professor für Politikwissenschaften in Berlin. Er ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des globalisierungskritschen Bündnisses Attac. Seit den sechziger Jahren setzt er sich in Veröffentlichungen kritisch mit dem Kapitalismus auseinander.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)