17. September 2012
Wenn man lange genug herumrechnet, lassen sich die absurdesten Annahmen statistisch belegen. So spitzt Steve Ayan, der Redaktionsleiter der Zeitschrift "Gehirn und Geist", die Probleme der Psychologie-Forschung zu. Natürlich gelte das nicht für alle Ergebnisse, aber statistisch gesehen sei jedes 20. Studien-Resultat Murks. Deswegen wolle eine Forschergruppe jetzt alle Psychologie-Studien des Jahrgangs 2008 in drei renommierten Fachjournalen wiederholen, um ihre Qualität zu überprüfen. Einen so systematischen Re-Test habe bisher noch niemand gemacht - das sei also längst überfällig.
Trotzdem, wundert sich Ayan, schlage das Projekt in der Fachwelt überraschend hohe Wellen: Manche Psychologen sprächen von "Nestbeschmutzung". Dabei machten die Wissenschaftler mit ihrem Re-Test doch genau das, was Forscher tun sollten: kritisch nachzuhaken, statt in Ehrfurcht zu erstarren.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)