17. September 2012

Psychologen und Mediziner streiten über Validität ihrer Studien

Reproduzierbarkeit ist ein Schlüsselwort der empirischen Forschung: Wenn man ein Experiment wiederholt, sollte es dieselben oder zumindest sehr ähnliche Ergebnisse haben. In Medizin und Psychologie wird derzeit darüber diskutiert, dass dies aber längst nicht immer der Fall ist. Über den Bereich der Biomedizin schreibt die Autorin Elizabeth Iorns im Magazin "New Scientist", mehr als die Hälfte der aktuellen Forschungsergebnisse könnten nicht reproduziert werden. Sie beruft sich dabei unter anderem auf Veröffentlichungen von Pharma-Unternehmen. Diese kommen häufig durch wissenschaftliche Publikationen auf Ideen für neue Medikamente und versuchen dann zunächst, die Studien-Ergebnisse nachzuvollziehen. Iorns kritisiert, im Wissenschaftsbetrieb würden solche Gegenstudien oft nicht wahrgenommen, weil sie nicht publiziert würden.

Mit dem Thema befasst sich auch die Zeitschrift "Gehirn & Geist" in ihrer aktuellen Ausgabe. Sie berichtet über einen groß angelegten Re-Test. Dabei sollen alle psychologischen Studien wiederholt werden, die im Jahr 2008 in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht wurden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)