18. September 2012

Chavez lässt Rede von Oppositionspolitiker unterbrechen - Abschaltung der TV-Übertragung

Es mutet doch etwas autoritär an. Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat wieder einmal die TV-Sender des Landes gezwungen, eine Rede von sich auszustrahlen - und zwar während die eigentlich eine Rede des Oppositionspolitikers Henrique Capriles senden wollten. Capriles ist Gegenkandidat von Chavez bei der Präsidentschaftswahl im Oktober.

Während Capriles vor Tausenden eine Rede hielt, ließ Chavez für zwei Stunden auf eine eigene Erklärung umschalten, in der er den Start des neuen Schuljahres feierte und über die Erfolge im Bildungssystem sprach. Bei offiziellen Ereignissen darf die Regierung alle Fernseh- und Radiosender dazu zwingen, das Programm dafür zu unterbrechen. Diese Regel wird auch "cadena obligatoria" genannt.

Kritiker werfen der Regierung vor, die Cadena für den Wahlkampf zu missbrauchen. Nach Angaben der Opposition hat Chavez seit Beginn des Wahlkampfes im Juli schon 70 Stunden lang Reden in den Medien gehalten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)