18. September 2012
Wenn ein ganz bestimmtes Gen bei Mäusen ausgeschaltet wird, werden sie zu Rabenmüttern: Sie lecken und säugen ihre hilflosen Jungen nicht mehr und holen sie auch nicht zurück, wenn diese aus dem Nest krabbeln.
Wie Forscher im Fachmagazin "PNAS" berichten, blockierten sie bei Mäusemüttern das Gen ER-Alpha. Das sitzt in einem kleinen Gehirnareal nahe der Augen. Dem Bericht zufolge gab es schon länger Hinweise darauf, dass dieser Hirnbereich - das präoptische Areal - an wichtigen Verhaltensweisen beteiligt ist. Dort sitzen viele Andockstellen für das Hormon Östrogen. In dem Experiment schalteten die Wissenschaftler das Gen für die häufigste dieser Andockstellen aus - mit dem Resultat, dass die Mäuse zu Rabenmüttern wurden.
Ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar seien, sei unklar. Hier bestehe weiterer Forschungsbedarf.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)