19. September 2012

Blockierte Lunge bewahrt Seelöwen vor gefährlicher Taucherkrankheit

Für Menschen ist eine kollabierende Lunge sehr gefährlich. Seelöwen macht sie dagegen offenbar zu meisterhaften Tauchern. Wissenschaftler aus Kalifornien haben beobachtet, dass die Lungenbläschen der Seelöwen ab einer Tiefe von rund 225 Metern in sich zusammenfallen. So vermeiden die Tiere ihrer Ansicht nach die tödliche Taucherkrankheit. Dabei reichert sich das Blut in der Tiefe mit Stickstoff an, das beim schnellen Wiederauftauchen Blasen bildet und so Organe und Adern schwer schädigen kann.

Die Wissenschaftler sehen noch einen weiteren Vorteil: weil die Lunge blockiere, behielten die Seelöwen dort einen Vorrat an Sauerstoff - den sie beim Auftauchen nutzen könnten. Normalerweise wäre der nämlich schon verbraucht. Für die Studie setzten die Forscher einem wildlebenden Seelöwen eine Elektrode ein, mit der sie den Sauerstoffgehalt im Blut beim Tauchen messen konnten. Bislang sei das nur bei gefangenen Tieren in Druckkammern erfolgt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)