19. September 2012
Wer die Nobelpreise bekommt, ist vorher streng geheim. Und auch Vorhersagen sind schwierig, da kaum abzuschätzen ist, wie das zuständige Nobelpreis-Kommitee in Oslo entscheidet. David Pendlebury versucht es trotzdem. Als Grundlage dient ihm die Anzahl von Zitierungen: Demnach ist ein Fachartikel umso relevanter, je häufiger er zitiert wird. Ganz falsch liegt er wohl nicht: Im vergangenen Jahrzehnt gewannen immerhin 26 Forscher, die auf seiner Liste standen.
Für die diesjährige Preisverleihung Anfang Oktober tippt Pendlebury unter anderem auf Wissenschaftler, die im Feld der Quanten-Teleportation gearbeitet haben. Diesen Mechanismus hatte bereits Einstein als "spukhafte Fernwirkung" beschrieben. Dabei sind zwei räumlich voneinander getrennte Punkte irgendwie unmittelbar miteinander verbunden. Ändert sich der Zustand des einen, so ändert sich im selben Moment auch der des anderen Punkts.
Im der Kategorie Medizin setzt Pendlebury unter anderem auf Wissenschaftler, die zur Epigenetik geforscht haben - einem Teilgebiet der Vererbungslehre.
Viele Beobachter gehen davon aus, dass Peter Higgs einen Nobelpreis bekommt, der Namensgeber des kürzlich entdeckten Higgs-Bosons. Pendlebury meint aber, dass es in diesem Jahr noch zu früh dafür sei. Im Durchschnitt vergingen 25 Jahre zwischen einer neuen Entdeckung und der dazugehörigen Verleihung eines Nobelpreises.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)