19. September 2012

Süddeutsche Zeitung schreibt über die ethische Bedenken in der Biologie

Die Wissenschaft ist in vielem sehr weit, aber diese Frage bietet immer wieder Diskussionsstoff: Was ist Leben? Darüber denkt der Mikrobiologe Jörg Hacker in der Süddeutschen Zeitung nach. Demnach gibt es Bedingungen, die ein Objekt erfüllen muss, um als Lebewesen klassifiziert zu werden - egal ob Bakterium, Pflanze oder Tier. Erstens: Es muss sich vermehren können. Zweitens: Es muss einen eigenständigen Stoffwechsel besitzen. Drittens: Es muss sich weiterentwickeln können. Nun befassen sich aber beispielsweise manche Wissenschaftler mit synthetischem biologischen Material, das keinen evolutionären Prozess durchlaufen hat. Und Viren besitzen keinen eigenständigen Stoffwechsel, sondern nutzen den ihres Wirts. Wie also sind Forschungen zu bewerten, die synthetische Zellen, neue Viren oder andere lebende Systeme erschaffen? Kann man sie rein definitorisch bewerten? Oder gehören ethische, moralische Bewertungen dazu? Nach Ansicht von Jörg Hacker müssen sich alle Lebenswissenschaftler diesen Fragen stellen, und sich ihrer Verantwortung bewusst werden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)