20. September 2012

Interview: Frankreich schließt Botschaften - "Preis der Freiheit"

"Die Pressefreiheit erlaubt auch schlechten Geschmack." Das sagte der Chefredakteur der Zeitschrift "Documents" für den deutsch-französischen Dialog, Gerard Foussier, im Deutschlandfunk. Er bezog sich damit auf die Mohammed-Karrikaturen der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo". Wegen zu erwartender Proteste dagegen hat die französische Regierung Botschaften, Schulen und Kulturzentren in 20 islamischen Ländern geschlossen. Das bezeichnete Foussier als "Preis der Freiheit".

Er sagte weiter, die Zeitung setze auf Provokation und wolle verkaufen. "Verantwortung" sei ein Begriff, den es bei satirischen Zeitschriften nicht gebe. Die wollten erstmal ihre Zeitschrift verkaufen, provozieren, gelesen werden und auch die Leute amüsieren. Verhindern ließe sich so etwas nur durch Zensur, aber das könne nicht die Antwort einer Demokratie sein.

Die Karikaturen in "Charlie Hebdo" beziehen sich auf den islamfeindlichen Film "The Innocence of Muslims". Er hatte zu weltweiter Gewalt und Protesten von Muslimen geführt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)