21. September 2012

Wir sind, was wir besitzen

Warum geht es uns so nah, wenn etwas zerstört wird, was uns gehört? Weil alles, was uns gehört, unser Wesen ausmacht. Das meint die Wirtschaftswissenschaftlerin Annette Schäfer. Für die Zeitschrift "Gehirn & Geist" trägt sie die wichtigsten Forschungserkenntnisse über die Verbindung zwischen dem Menschen und seinem Besitz zusammen. Kleidung, Möbel und Gemälde sind demnach nicht nur Dinge, die nützlich sind oder Freude machen. Bewusst oder unbewusst betrachteten wir unseren Besitz als einen Teil von uns selbst. Auch verknüpften wir Gegenstände mit Erinnerungen, Gefühlen oder Wünschen. Schäfer führt eine Studie der Universitätsklinik Köln mit Schizophreniepatientinnen an. Deren Selbstwahrnehmung war gestört. Wurden sie allerdings nach Besitztümern wie Kleidern, Schmuck oder Spielsachen gefragt, wurden ihre Gedanken klarer und sie kamen ihrer eigentlichen Persönlichkeit wieder deutlich näher.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)