21. September 2012
Bei den meisten Zeitungen ist es gängig. Haben sie ein Interview geführt, bekommt es der Interviewgast den Text noch einmal zu lesen. Erst dann wird gedruckt. Der Interviewgast soll noch einmal überprüfen können, ob er richtig wiedergegeben wurde. Er autorisiert am Ende das, was er gesagt hat.
Viele Journalisten klagen aber darüber, dass dieses Prinzip oft missbraucht werde. Etwa, indem kritische Fragen einfach gestrichen oder Aussagen im Nachhinein verwässert würden.
Der Mediendienst "Meedia" schreibt jetzt, dass die "New York Times" von diesem Prinzip abrücken will. Die Zeitung wolle nur noch Interviews zulassen, bei denen auf eine Autorisierung verzichtet werde. Auch die Nachrichtenagentur Reuters verfolge eine ähnliche Politik.
In Deutschland hat demnach die "taz" schon einmal für Aufsehen gesorgt, weil sie vor rund zehn Jahren ein Interview mit dem SPD-Politiker Olaf Scholz komplett schwärzte. Er hatte seine Antworten nicht authorisiert.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)