25. September 2012
Ob bei einer Wahl geschummelt wurde, kann man berechnen. Wiener Forscher melden, dass sie mit einer neuen Art, Auszählungsergebnisse zu analysieren, Hinweise auf Wahlbetrug finden können.
Das Modell funktioniere allerdings nur, wenn es detaillierte Daten für einzelne Regionen gebe. Dann lege man Diagramme an - mit den Wahlberechtigten und den für die Parteien abgegebenen Stimmen. Bei europäischen Ländern oder den USA glichen die vielen Datenpunkte in den Diagrammen eher diffusen Wolken. Bei Unregelmäßigkeiten bildeten sich dagegen deutliche Verdichtungen. Das passiere, wenn bei einer überdurchschnittlich hohen Wahlbeteiligung in einem Bezirk einheitlich für eine Partei abgestimmt wurde - ein Hinweis auf Betrug.
In der Fachzeitschrift "PNAS" berichten sie, dass sie das bereits in zwei Ländern auf diese Weise feststellen konnten: Uganda und Russland. Bei der Parlamentswahl in Russland 2011 zeigt ihre Auswertung deutliche Abweichungen von vergleichbaren Urnengängen. Große Organisationen wenden diese Technik allerdings noch nicht an.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)