25. September 2012

Auswanderungswelle: reiche Chinesen schaffen ihr Geld aus dem Land

So geht Steuerflucht auf Chinesisch: Schicken Sie Ihr Kind auf eine teure Bildungseinrichtung ins Ausland. Dann schicken Sie über Off-Shore-Banken Ihr Vermögen als Investition hinterher. Wenn Sie mögen, erklären Sie Ihr Unternehmen für insolvent und ziehen zu Ihrem Nachwuchs. Dieses Szenario ist keine Fantasie, sondern offenbar eine ernsthafte Option für viele wohlhabende Chinesen. Nach Recherchen der Zeitung WantChinaTimes sind mittlerweile 16 Prozent aller reichen Chinesen aus ihrem Heimatland ausgewandert, 44 Prozent bereiteten diesen Schritt vor. Sie wollen gehen, sobald die Wirtschaft in China einbreche oder es politische Unruhen gebe.

Auswanderungsagenturen berichten, der durchschnittliche Emigrant sei zwischen 35 und 45 Jahren alt, habe ein Vermögen von einer bis fünf Millionen Euro und fast alle zögen ihren Kindern hinterher.

Korrespondenten vermuten, dass hinter dem Auswanderungstrend auch die Furcht vor den Ermittlungsbehörden steckt: Viele reiche Chinesen haben ihr Vermögen im legalen Graubereich erworben und wollen es vor dem Zugriff des Staates in Sicherheit bringen, bevor der Fragen stellen kann.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)