25. September 2012

Keratin-Abwehr: Wie das Auge sich gegen Eindringlinge wehrt

Das menschliche Auge ist eine Festung. Ständig muss es sich gegen Eindringlinge wie Staub und Bakterien wehren - mit Tränenflüssigkeit, Schleim und Keratin. Letzteres hielten Forscher bislang für ein völlig harmloses Eiweiß, das die Zellen von Tier und Mensch festigt. Biologen der Universität Berkley in den USA haben nun festgestellt, dass die Hornhaut des Auges Keratin-Spaltprodukte absondert, wenn sie in Kontakt mit unerwünschten Eindringlingen kommt. Und diese sogenannten Peptide wirken wie ein Antibiotikum. In ihrer Studie schreiben die Wissenschaftler, auch im Reagenzglas hergestellte Keratin-Peptide hätten Keime wie Colibakterien, Staphylokokken und Streptokokken effektiv abgetötet. In einem Experiment mit Mäusen hätten sie zudem herausgefunden, dass die Augen der Tiere sich häufiger infizierten, wenn die Produktion eines bestimmten Keratins gehemmt wurde. Nun wollen die Wissenschaftler noch herausfinden, ob das Auge verschiedene Keratin-Peptide für verschiedene Keime produzieren kann.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)