26. September 2012
Der Placebo-Effekt ist keine Einbildung, sondern erzeugt messbare Effekte im Gehirn.
Das sagte die Hirnforscherin Ulrike Bingel zum Auftakt des Deutschen Neurologenkongresses in Hamburg. Wenn ein Patient von der Wirkung einer Schmerzbehandlung überzeugt sei, könne das Gehirn den Schmerz wirkungsvoll blockieren. Der Placebo-Effekt sollte deshalb in der Medizin genutzt werden.
Die Wirkung von Placebos zeigte beispielsweise ein Versuch mit angeblich alten und neuen Antidepressiva. Obwohl es sich um das genau gleiche Medikament handelte, berichteten die Patienten bei den vermeintlich alten Antidepressiva von mehr Nebenwirkungen als bei den neuen. 30 bis 50 Prozent der Patienten brachen die Behandlung sogar ab, obwohl sie nur Placebos erhielten. Bingel rät deshalb von Beipackzetteln mit einer langen Liste von Nebenwirkungen ab. Die seien für eine Behandlung kontraproduktiv.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)