28. September 2012
Wird der Balkan so beachtet, wie er es verdient?
Dieser Frage widmete sich der britische Autor Tim Judah auf einer Medienkonferenz in Belgrad. Häufig gehe es in westlichen Medien vor allem darum, wer in den Balkankriegen was getan habe oder wann welcher Staat der EU beitrete. In einem Überblick über die Nachfolgestaaten Jugoslawiens riss er dagegen Fragen an, die aus seiner Sicht in Zukunft wichtig werden. Als einen unbeachteten Aspekt nannte er die schrumpfende Bevölkerung in Serbien. Ein weiteres Thema: Der Tourismusboom in Kroatien - das Land profitiere von der unsicheren Situation in Reiseländern wie Ägypten oder Tunesien.
Tim Judah sorgte in den Balkanländern vor allem mit seiner These der Jugosphäre für Aufsehen. 20 Jahre nach dem Zerfall Jugoslawiens entwickele sich wieder ein Gemeinschaftsgefühl. Das zeige sich etwa in wachsenden Wirtschaftsbeziehungen, bei gemeinsamen Tagungen oder auch im Musikgeschmack der Menschen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)