1. Oktober 2012
Der schwedische Möbelkonzern Ikea hat auf Kritik an seinem neuen Katalog in Saudi-Arabien reagiert.
Eine Sprecherin sagte, das Unternehmen bedauere, dass Frauen und kleine Mädchen aus den Fotos herausretuschiert wurden. Der Konzern hätte schneller reagieren müssen. Die Saudi-Arabien-Version stehe in Konflikt zu den Werten der Ikea-Gruppe. Der Katalog sei von einem Franchise-Unternehmen außerhalb von Ikea fertiggestellt worden.
Hintergrund der bearbeiteten Fotos sind strenge Vorschriften in Saudi-Arabien für das Abbilden unbedeckter weiblicher Haut. Auf einem Bild war beispielsweise die Mutter einer vierköpfigen Familie komplett entfernt worden.
Die schwedische Handelsministerin Ewa Björling kritisierte, die Bilder seien ein weiteres trauriges Beispiel dafür, welch weiten Weg die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Saudi-Arabien noch vor sich habe. Wörtlich sagte sie, "Frauen lassen sich nicht aus der Wirklichkeit retuschieren."
Der Ikea-Katalog erscheint seit Sommer weltweit in 198 Millionen Exemplaren und wird in 38 Ländern verteilt. In Saudi-Arabien betreibt der Konzern drei Einrichtungshäuser.
Bildstrecken mit Beispielen: http://www.aftonbladet.se/nyheter/article15531597.ab
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)