4. Oktober 2012
Warum regen sich viele Menschen in der islamischen Welt über ein paar ungelenke Mohammed-Zeichnungen und ein dilettantisches Video über ihren Propheten so auf?
Weil ihre religiösen Gefühle verletzt werden? Das fragt der Feuilleton-Chef der "Süddeutschen Zeitung", Thomas Steinfeld, in einem Beitrag. Seiner Meinung nach geht es eher um gekränkte Ehre. Die islamische Welt fühle sich gedemütigt vom Westen, der über sie lache - der schon mit dem Verdacht auf Antisemitismus äußerst vorsichtig umgehe, die Verharmlosung nationalsozialistischer Verbrechen unter Strafe stelle, rassistische und sexistische Äußerungen nicht dulde, aber Mohammed-Karrikaturen immer wieder aufs Neue veröffentliche. Für Steinfeld hat die Auseinandersetzung der vergangenen Monate daher einen politischen Kern: Es gehe nicht um Respekt vor dem Islam, sondern um die Forderung der Gleichbehandlung.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)