4. Oktober 2012
Er ist ein Sinnbild für Reichtum, Gier und Geiz - der Enterich Dagobert Duck.
In Zeiten der Finanzkrise wird er deshalb auf vielen Veranstaltungen der Occupy-Bewegung als Symbol benutzt. Der Comicforscher Bernd Dolle-Weinkauff beschäftigt sich mit der Geschichte der Figur im Wissenschaftsmagazin "Forschung Frankfurt". Der Erfinder von Dagobert Duck habe das fetischistische Verhältnis der Ente zu Geld über verschiedene Stufen aufgebaut. Anfangs habe Dagobert noch ein hölzernes Futtersilo als Aufbewahrungsort für sein Vermögen benutzt. Später vollzog er dann den Übergang vom Agrar- zum urbanen Finanzkapitalismus, indem er einen überdimensionalen Tresor auf einem Hügel errichtete.
Zur Vollkommenheit gelangte die Figur nach Angaben des Comicforschers aber erst, als Geld für Dagobert den Reiz als Tauschwert verlor. Stattdessen sei es für ihn das Wichtigste geworden, Geld zu besitzen und darin zu baden. Das Geldbad sei zum Ritus geworden, der in zahlreichen Geschichten wiederholt worden sei.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)