10. Oktober 2012
Unser Erbgut hat eine Halbwertszeit:
Wenn ein Lebewesen stirbt, zerfällt seine DNA. Und zwar in einem konstanten, berechenbaren Tempo. Das hat ein internationales Forscherteam herausgefunden nachdem es fossile Vogelknochen untersucht hatte. Wie die Wissenschaftler in einer Fachzeitschrift schreiben, halbiert sich die DNA zum Beispiel bei einer Temperatur von minus fünf Grad alle 158.000 Jahre. Bei höheren Temperaturen geht das etwas schneller.
Die Ergebnisse sind wichtig für Paläontologen. Anhand der Zerfallsrate könnten sie nun vorhersagen, ob sich in einem Fossilfund noch intakte DNA-Fragmente finden lassen. Bei 80 bis 85 Millionen Jahre alten Knochen sei es zum Beispiel sehr unwahrscheinlich, noch intaktes Erbgut isolieren zu können. Ein anderes Forscherteam hatte das vor 18 Jahren in einem Artikel behauptet.
Der Artikel wird heute in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlicht. Die dazugehörige DOI lautet: 10.1098/rspb.2012.1745
Auch auf der Internetseite der Fachzeitschrift Nature wird auf die Ergebnisse der Studie verwiesen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)