10. Oktober 2012
"Die USA sind nicht so homogen wie Europa es sein möchte, wo die Menschen lieber als Franzosen oder Deutsche, aber nicht als Europäer leben möchten."
Das sagte der Historiker Saul Friedländer im Interview mit der "Berliner Zeitung". Trotz aller Aufschwünge und Abschwünge verkörpert ihm zufolge die USA das Prinzip der Multiethnizität. Friedländers Eindruck ist es, dass die USA fortschrittlicher sind als Europa. So wisse er zum Beispiel nicht, ob man sich in Deutschland oder Frankreich einen Afrikaner oder Türken als Regierungschef vorstellen könne. Die USA hätten hier etwas gezeigt, wofür man in Europa noch nicht bereit sei. Eine aktuelle Gefahr für die Demokratie sieht Friedländer allerdings weder für die USA noch für Deutschland. Die Demokratie sei in den Köpfen angekommen und Deutschland politisch gefestigt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)