10. Oktober 2012

Lärm stresst den Organismus - auch nach Gewöhnung

Manche Anwohner an lauten Straßen oder Bahnstrecken behaupten, sie würden den Lärm gar nicht mehr hören.

Martina Kohlhuber vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bezweifelt, dass diese Aussage stimmt. Sie sagte der Zeitschrift "Psychologie heute", man könne wiederkehrende Geräusche zwar zu einem gewissen Grad ausblenden. Die körperlichen Reaktionen blieben aber auch dann nicht aus. Unser Organismus interpretiere Lärm als ein Alarmsignal. Bei Menschen, die dauerhaft Krach ausgesetzt seien, erhöhten sich zum Beispiel der Spiegel an Stresshormonen sowie Puls und Blutdruck. In einer Studie bei Anwohnern des Flufhafens Köln/Bonn habe man festgestellt, dass Betroffene häufiger Schlafmittel, Antidepressiva und blutdrucksenkende Medikamente einnehmen als Bewohner ruhigerer Wohnviertel.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)