11. Oktober 2012
Zwei prügeln sich und die anderen stehen drumherum und feuern sie an:
Das hört sich an wie eine Szene, die sich auf jedem Schulhof ereignen könnte - oder in einer Gruppe von Berberaffen in Nordafrika. Dort hat sie ein internationales Biologenteam beobachtet. Im Fachmagazin "Animal Behaviour" berichten die Wissenschaftler, was die Affen vom Zuschauen haben. Die Tiere kommen nämlich keinesfalls dem Unterlegenen zu Hilfe. Ganz im Gegenteil: Sie erhoffen sich sogar einen eigenen Vorteil. Sie nutzen den Gedemütigten nämlich am Ende aus, indem sie sich von ihm ausgiebig das Fell pflegen lassen. Das gehört zur üblichen sozialen Interaktion bei Affen und dient zum Beispiel dazu, Parasiten loszuwerden.
Die Forscher meinen, dass sich aus ihrer Beobachtung auch auf das Verhalten von Menschen schließen lässt. Durch Kämpfe werde der soziale Status von Gruppenmitgliedern deutlich. Deshalb hätten vermutlich schon unsere Vorfahren gerne bei Prügeleien zugesehen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)