11. Oktober 2012
Viel Lob - und auch Kritik.
Das sind die Reaktionen in China auf den Literaturnobelpreis für den Chinesen Mo Yan. Der staatlich kontrollierte chinesische Schriftstellerverband spricht von einem glücklichen Ereignis für Chinas literarische Welt. Auf der Website des internationalen PEN-Clubs äußert sich der chinesische Bürgerrechtler Yu Jie hingegen kritisch: Man solle niemandem den Nobelpreis verleihen, der Mao Zedong lobe. - Vor zwei Jahren hatte das chinesische Außenministerium die Mitglieder des Nobelkomitees als "Clowns" bezeichnet. Damals bekam der regimekritische Dissident Liu Xiaobo den Friedensnobelpreis verliehen.
Mo Yan ist Mitglied der Kommunistischen Partei und gilt in China als einer der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart - und das, obwohl er in seinen Werken soziale Misstände anprangert. In seinem jüngsten Roman setzt er sich zum Beispiel kritisch mit der Ein-Kind-Politik in seiner Heimat auseinander.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)