12. Oktober 2012

Chirurgen: Schlüsselloch-Methode hat auch gravierende Nachteile

Minimal invasive Eingriffe haben einen guten Ruf.

Sie sollen bei einer chirurgischen Operation die Wunde so klein wie möglich halten. Dazu wird ein Schlauch mit Kamera und Werkzeug eingeführt, durch den der Chirurg arbeitet. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: die Wundheilung geht deutlich schneller als bei einem größeren Schnitt.

Allerdings gibt es auch Kritiker der sogenannen Schlüsselloch-Methode. Und zwar vor allem, weil die OP länger dauert als die klassische Herangehensweise. Beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hieß es, 40-jährige Erfahrung habe inzwischen gezeigt, das Patienten in vielen Fällen keinen Vorteil von der Schlüsselloch-Technik hätten.

Denn das Risiko für Nervenschädigungen und Thrombosen, also gefährliche Blutgerinnsel, steige mit der Dauer der OP. Bei Tumoroperationen komme hinzu, dass die Gefahr streuender Krebszellen wachse, je länger operiert werde. Langfristig könnten die Patienten deshalb sogar eine schlechtere Prognose haben als bei einer konventionellen OP.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)