12. Oktober 2012

Kuba-Krise: US-Forscher sehen größeres Ausmaß atomarer Bedrohung als bisher angenommen

Es hätte das Ende der Menschheit sein können: Die Kuba-Krise vor 50 Jahren führte die Welt an den Rand eines Atomkrieges. US-Wissenschaftler haben sich jetzt nach eigenen Angaben erstmals im Detail mit der Zahl der sofort einsatzfähigen Waffen beschäftigt, die die Kontrahenten des Kalten Krieges damals auf einander richteten.

Die Ergebnisse der Studie sind im Fachblatt "Bulletin of the Atomic Scientists" veröffentlicht. Demnach waren deutlich mehr atomare Waffen einsatzbereit als bisher angenommen. Allein auf Kuba hätten sich 158 atomare Sprengköpfe der UdSSR befunden - schon vor der Blockade durch die Amerikaner. Sie hätten amerikanische Städte treffen können. In Europa waren den Wissenschaftlern zufolge 500 amerikanische Atomsprengköpfe nach Osten gerichtet - sie standen 550 auf der Gegenseite gegenüber. Sie hatten Westeuropa, vor allem die Bundesrepublik, als Ziel.

Bei der Krise im Oktober 1962 hatten die Russen Mittelstreckenraketen auf Kuba stationiert. Die Amerikaner blockierten daraufhin den Seeweg zu der karibischen Insel. Nach knapp zwei Wochen größter Spannungen gab die UdSSR schließlich nach.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)