15. Oktober 2012
"Wir müssen die Islamisten behandeln, wie in Europa die Rechtsextremen behandelt werden."
Das sagt Tunesiens Präsident Moncef Marzouki im Interview mit der "taz". Es gebe ein Problem mit gewalttätigen Islamisten in seinem Land. Marzouki wolle aber nicht brutal gegen diese Gruppierungen vorgehen. Mitglieder seiner Regierung seien selbst in Gefangenschaft gewesen und gefoltert worden. Das Gesetz müsse diese Leute bestrafen. Marzouki will so schnell wie möglich eine neue demokratische Verfassung für Tunesien ausarbeiten. Im Zusammenhang mit dem Umbruch in seinem Land appelliert er auch an ausländische Investoren und sagt: "Man muss uns helfen, nicht für uns beten."
Marzouki wurde Ende 2011 zum Präsidenten gewählt und löste den Diktator Zine el-Abidine Ben Ali ab, der 24 Jahre an der Macht war.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)