16. Oktober 2012
Skandalös, fehlerhaft, nicht verhältnismäßig.
Mit diesen Worten kommentieren hochrangige Wissenschaftler die Kritik an der Doktorarbeit von Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Am Wochenende war publik geworden, dass sie vor 32 Jahren beim Verfassen ihrer Doktorarbeit bewusst getäuscht haben soll. Heute bekommt die Ministerin Rückendeckung von ihrem Doktorvater.
Gerhard Wehle sagte der "Rheinischen Post", Schavans Arbeit habe absolut dem wissenschaftlichen Standard entsprochen und sei eine beachtliche Leistung gewesen. Es sei unverhältnismäßig, eine Arbeit aus dem Jahr 1980 ausschließlich nach heutigen wissenschaftlichen Maßstäben zu bewerten.
Der Präsident der Humboldt-Stiftung bemängelt in der "Süddeutschen Zeitung" schwere Fehler im Prüfverfahren und fordert eine Untersuchung durch einen zweiten Gutachter. Kritik kommt auch vom früheren Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Wolfgang Frühwald sieht den Vorwurf des Plagiats und der bewussten Täuschung nicht gedeckt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)