18. Oktober 2012

Germanist: Plagiatsenthüllung ist geistige Arbeit

Eine Dissertation von 1.000 Seiten - das ist reine Verschwendung von Lebenszeit.

So äußert sich der Germanist Wolfgang Frühwald im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Eine solche Arbeit koste den Schreiber sechs bis sieben Jahre und sei für viele Professoren kaum lesbar. Frühwald fordert das Ende der ausufernden Dissertationen. Für ihn gibt es eine Tendenz zum Aufschwellen. Eine Arbeit von 90 Seiten, wie sie etwa sein eigener Doktorvater noch verfasst hatte, würde heute in einem Promotionsauschuss ausgelacht. Bei den germanistischen Dissertationen, die Frühwald betreut, sind 200 Seiten die Obergrenze. Dann bestehe auch nicht die Gefahr, dass Plagiate unentdeckt blieben. Das Aufdecken dieser Plagiate ist für ihn vor allem eine geistige Arbeit und kann nicht von Maschinen übernommen werden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)