18. Oktober 2012
Lobbyismus gibt es nicht nur in der Politik - auch an Schulen versuchen Unternehmen und Lobbyvereinigungen gezielt Einfluss zu nehmen.
In einem dreijährigen Forschungsprojekt hat die Universität Augsburg kostenlose Online-Medien für den Schulunterricht ausgewertet. Dabei haben die Forscher politische und wirtschaftliche Verknüpfungen vor allem in den Materialien registriert, die von Unternehmen oder Stiftungen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Kritisch bewerten die Forscher die Tatsache, dass Chemiekonzerne neben Lerninhalten auch Werbung für ihre Produkte platzieren oder Parteien politische Lehrmaterialien zur Verfügung stellen, die Parteiinhalte bewerben.
Auftraggeber der Untersuchung ist der Verband Bildungsmedien, die Interessenvertretung der Schulbuchverlage. Sie sehen ihr Geschäftsmodell durch den wachsenden Open Source Markt gefährdet. Aber auch Experten kritisieren die fehlende Anbindung an Lehrpläne und fordern eine Qualitätskontrolle für kommerzielle Angebote.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)