18. Oktober 2012

Chinesische Pressefreiheit? Zeitungen berichten überraschend kritisch

In China gibt es womöglich Anzeichen für mehr Pressefreiheit.

Gleich mehrere staatlich kontrollierte Zeitungen haben die Inhaftierung eines kritischen Lokal-Politikers verurteilt. Der 25-jährige Mann war für zwei Jahre in ein Arbeitslager geschickt worden, nachdem er im Internet ein Ende der Einparteienherrschaft gefordert hatte. So schrieb etwa das einflussreiche englischsprachige Blatt "Global Times", es sei besorgniserregend, wenn im modernen China immer noch Menschen für das Äußern kritischer Gedanken bestraft würden. Hierbei handele es sich um eine überholte politische Tradition aus dem vergangenen Jahrhundert, die gegen die Freiheit der Rede und Rechtsgrundsätze verstoße.

Beobachter interpretieren die kritischen Stimmen als Vorboten des anstehenden Wechsels in der Pekinger Führungsriege. Dort erhoffe man sich von einer offeneren gesellschaftlichen Debatte eine Beruhigung sozialer Spannungen.

Die "Global Times" steht unter dem unmittelbaren Einfluss des Zentralorgans der Kommunistischen Partei, der "Remnin Ribao".

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)