18. Oktober 2012
Der Sprachkommissar empfahl den Europäern, eine zweite Fremdsprache als "Adoptivsprache" anzunehmen und sie zu einer Herzensangelegenheit zu machen.
Wie der Romanist Jürgen Trabant in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" schreibt, stieß der Europäische Sprachkommissar mit seiner Empfehlung auf wenig Gegenliebe. Sein Amt wurde nicht neu besetzt. Dabei, so Trabant, verliert die zweite Fremdsprache zunehmend an Bedeutung - Englisch reiche vielen Europäern als Ergänzung zur Muttersprache aus. Wenn es so weiter gehe, dann gebe es bald wie im Mittelalter eine hohe Sprache - früher Latein, heute Englisch - und eine niedere Volkssprache, die Muttersprache. Dabei sei gerade Europa geprägt durch eine Erbschaft aus gemeinsamen Sprachen, die aufeinander hörten. Es wäre also ratsam, so Trabant, wenn jeder wieder zur Dreisprachigkeit zurückfinden würde. Neben der Muttersprache müsse das Englisch dabei auf seine internationale Kommunikatiosnfunktion heruntergefahren werden. Damit sei dann Platz für Fremdsprache Nummer zwei: Von Bulgarisch über Französisch bis Ungarisch.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)