19. Oktober 2012

Sexsucht: US-Forscher entwickeln Klassifizierungen

Über Sexsucht wird viel gelacht.

Nur für die Betroffenen ist sie gar nicht lustig. Manchmal zerstört sie sogar das Leben der Patienten. In den USA ist Sexsucht nicht als psychische Störung anerkannt. Um das zu ändern, haben Forscher der Universität Kalifornien eine Klassifzierung entwickelt.

Ihr Katalog enthält eine Reihe von Kriterien, mit denen man nach Ansicht der Forscher einordnen kann, ob der Patient tatsächlich an Sexsucht leidet. Dazu gehören wiederkehrende Muster von bestimmten sexuellen Fantasien, Nöten und Verhaltensweisen, die länger als sechs Wochen anhalten. Sie dürfen auch nicht durch andere medizinische oder psychische Krankheiten verursacht sein. Entscheidend ist auch, dass die Patienten es nicht alleine schaffen, ihre Sexsucht loszuwerden.

Die Forscher wendeten ihren Kriterienkatalog auf Menschen an, die von sich meinten, sexsüchtig zu sein. In 88 Prozent der Fälle traf das nach Ansicht der Wissenschaftler auch zu. Viele der Patienten hatten die Sexsucht schon als Jugendliche oder junge Erwachsenen entwickelt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)