22. Oktober 2012
Was Hummeln nicht umbringt, macht sie in diesem Fall leider auch nicht stärker - im Gegenteil.
Britische Forscher haben herausgefunden, dass bestimmte Pestizide Hummel-Kolonien erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen.
Für ihre Untersuchung setzten sie die Insekten vier Wochen lang gleichzeitig zwei verschiedenen Chemikalien aus - und zwar in Dosen, die auf landwirtschaftlichen Flächen üblich sind. Laut Beipackzettel waren die Pestizide (Neonikotinoide und Pyrethroide) dazu geeignet, Heuschrecken und Blattläuse zu vernichten.
Tatsächlich machten sie aber auch den Hummeln zu schaffen: Die belasteten Kolonien waren nur halb so erfolgreich im Sammeln von Pollen wie unbelastete Vergleichsgruppen. Deshalb stellten sie dafür mehr Tiere ab und hatten in der Folge weniger Ressourcen für die Aufzucht der Larven frei. Insgesamt litten die pestizidbelasteteten Kolonien außerdem unter einer höheren Sterblichkeitsrate.
Die Forscher ziehen daraus den Schluss, dass Pestizide vor ihrer Zulassung strenger getestet werden müssen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)