22. Oktober 2012
Die Plagiatsdebatte im Fall Schavan gleicht allmählich einem Ping-Pong-Spiel.
In den Zeitungen schmettern sich Kritiker und Unterstützer der Bundesbildungsministerin seit Tagen gegenseitig Bälle zu - so auch heute. Der Präsident der Humboldt-Stiftung, Helmut Schwarz, äußert sich in der "Rheinischen Post" entsetzt über Worte des Düsseldorfer Uni-Rektors Michael Piper. Dieser hatte am Wochenende kritisiert, führende Wissenschaftsvertreter legten bei Schavans Dissertation aus politischen Gründen andere Maßstäbe an.
Diesen Vorwurf weist Humboldt-Präsident Schwarz zurück. Ihm werde unterstellt, er habe Schavan als Nutznießer deren Systems reinwaschen wollen. Das sei irritierend.
Der Berliner Jura-Professor Gerhard Dannemann stärkt der Uni Düsseldorf dagegen den Rücken. Er sagte der "Süddeutschen Zeitung", mit einer allzu engen Auslegung des Begriffs "Plagiat" mache sich Deutschland international lächerlich. Wissenschaftliche Texte würden so zur Plünderung freigegeben.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)