22. Oktober 2012
Wenn das Immunsystem des Gehirns ausfällt, könnte möglicherweise das Blut einspringen.
Das haben Forscher des Tübinger Hertie-Instituts für Hirnforschung entdeckt, wie sie in einem US-Fachblatt berichten. Sie hatten anhand von Versuchen an Mäusen festgestellt, dass die sogenannte Hirn-Blut-Schranke, die die Immunsysteme von Gehirn und restlichem Körper aus Sicherheitsgründen trennt, unter bestimmten Bedingungen durchlässig wird. Bei Mäusen hatten die Forscher zuvor die Produktion von Abwehrzellen im Gehirn gestoppt. Stattdessen fanden sie dort Unmengen der Immunzellen des Blutes, die dort normalerweise - eben wegen der Hirn-Blut-Schranke - nicht vorkommen. Die Wissenschaftler vermuten, das der Körper so den Verlust des Immunsystems im Gehirn ausgleich.
Sie hoffen, diese Erkenntnis langfristig für neue Therapien gegen Erkrankungen des Nervensystems wie etwa Alzheimer nutzen zu können.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)