23. Oktober 2012
Das Urteil hat unter Wissenschaftlern eine Welle von Protest ausgelöst.
Gestern hat ein italienisches Gericht sechs Erdbebenforscher wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Der Grund: sie hätten das Erdbeben in der Stadt L'Aquila vor drei Jahren unterschätzt. Die Forscher hatten nach ersten kleineren Erdstößen gesagt, ein schweres Beben sei unwahrscheinlich. Dann kam es doch zu einem starken Beben mit 300 Toten.
Wissenschaftler reagierten auf das Urteil mit Unverständnis. Ein britischer Seismologe sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Wissenschaftler hätten damals absolut richtig gearbeitet. Es sei falsch sie dafür zu verurteilen, dass sie nach bestem Wissen einen Rat gegeben hätten. Ein Professor der Universität Ulster befürchtet, dass Wissenschaftler jetzt zurückhaltender mit ihren Ergebnissen und Prognosen umgehen. Das Urteil verpasse der Erdbebenforschung in Europa einen Dämpfer.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)