23. Oktober 2012

Erst das Kochen hat uns klug gemacht

Das Rohkost allein nicht glücklich macht, wissen viele - aber es macht auch nicht schlau.

Erst das Kochen hat unsere Vorfahren klüger gemacht. Das haben brasilianische Forscherinnen jetzt errechnet. Demnach ist rohe Kost möglicherweise schuld daran, dass die großen Menschenaffen kein größeres Gehirn entwickelt haben. Denn ihre Nahrung - Blätter, Früchte und rohes Fleisch - liefert ihnen nicht genügend Energie, um zusätzliche Hirnzellen versorgen zu können. In einer Studie, die sie in einem amerikanischen Fachmagazin veröffentlicht haben, rechneten die Wissenschaftlerinnen aus, dass ein Gorilla jeden Tag zwei Stunden länger fressen müsste, um ein Gehirn zu ernähren, das im Verhältnis zum Körper genauso groß ist wie beim Menschen. Da Gorillas aber jetzt schon 80 Prozent des Tages mit Fressen verbringe, sei das unmöglich - so die Rechnung.

Evolutionsbiologen streiten bisher darüber, welche Rolle das Kochen für die Gehirnentwicklung unserer Vorfahren spielte. War warmes Essen die Voraussetzung dafür, dass sich das Gehirn vergrößerte oder war ein größeres Gehirn dafür verantwortlich, dass wir angefangen haben zu kochen? Das alte Henne-Ei-Prinzip.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)