24. Oktober 2012

Einsatz in Mali bleibt unter Wissenschaftlern umstritten.

"Das ist kein zweites Afghanistan."

Das sagte der Afrika-Experte der "Stiftung Wissenschaft und Politik" der "Frankfurter Rundschau" über den westafrikanischen Staat Mali. Die Situation sei nicht vergleichbar, weil in Mali, im Gegensatz zu Afghanistan nicht der ganze Staat von Terroristen unterwandert sei. Es sei richtig, dass sich westliche Staaten engagierten, weil afrikanische Akteure, wie die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas noch nicht in der Lage seien, diese Operationen alleine durchzustehen.

Ganz anders sieht das Thomas Speckmann, Politikwissenschaftler an der Uni Bonn. Wie er in der "Süddeutschen Zeitung" schreibt, könne der Terrorismus nur wirksam durch lokale und regionale Kräfte wirksam bekämpft werden. Dabei müsse die Bevölkerung vor Ort eingebunden werden.

Am Montag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die grundsätzliche Bereitschaft Deutschlands erklärt, sich an einer Ausbildungs- und Unterstützungsmission der EU in Mali zu beteiligen. Der Norden Mali ist nach einem Militärputsch im März in die Hand von Rebellen und radikalen Islamisten geraten. Die Afrikanische Union will heute Pläne für einen internationalen Einsatz vorlegen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)