26. Oktober 2012
Scheidung war früher ein Privileg der Elite.
Heute hat sich das Phänomen aber zunehmend von den oberen zu den unteren Einkommensschichten verlagert. Zu diesem Schluss kommt ein Doktorand an der Universität Umeå. Er hat für seine Dissertation die Ehescheidungen in Schweden untersucht. Deren Zahl hat sich im Zeitraum zwischen 1900 und 1975 verfünfzehnfacht. Autor Glenn Sandström sagte, Anfang des 20. Jahrhunderts habe sich vor allem scheiden lassen, wer gut ausgebildet war und ein hohes Einkommen hatte. Die unteren Schichten hielten dagegen häufiger am Partner fest. Die Ehe war für sie ein Versorgungsmodell.
Umgekehrt hat sich der Trend ab den 60er Jahren, als kostenlose Schulspeisung und Kindergeld in Schweden eingeführt wurden. Dies habe vor allem die Abhängigkeit der Frauen gesenkt. Außerdem habe sich das Wertesystem in Bezug auf Familie, Ehe und Sexualität verschoben.
Mehr zu der Doktorarbeit, leider auf Schwedisch, finden sie bei Sveriges Radio.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)