26. Oktober 2012
Chinas politische Führung plant offenbar einen Kurswechsel.
Politische Beobachter gehen davon aus, dass die ideologischen Prinzipien von Mao Zedong in Zunkunft eine kleinere Rolle spielen sollen. Im Zuge des Führungswechsels im November wird auch die Parteiverfassung geändert werden. Zum ersten Mal seit 1945 könnten dann die Hinweise auf den Maoismus sowie marxistisch-leninistisches Gedankengut weitgehend fehlen.
Stattdessen werden die reformorientierten Theorien von Maos Nachfolgern stärker in den Vordergrund gerückt. Nach Hu Jintaos Abdanken wird auch seine Theorie der Harmonischen Gesellschaft in die Parteiverfassung aufgenommen werden.
Wie Politikbeobachter vermuten, will man sich so von den jüngsten Skandalen in der Top-Führungsriege distanzieren. Der entlassene und wegen Korruption angeklagte Politiker Bo Xilai wollte in seinem Regierungsbezirk den Maoismus neu beleben.
Außerdem wolle man in den Augen der Bevölkerung nicht länger als linke Führung gelten, sondern die eigene Reformorientierung betonen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)