29. Oktober 2012

Tsunami erschütterte im 6. Jahrhundert Genfer See

Tsunamis können nicht nur Städte am Meer bedrohen, sondern auch Orte an Seeufern.

Schweizer Wissenschaftler haben das durch eine neue Untersuchung belegt. Sie haben am Grund des Genfer Sees Spuren gefunden, die auf eine Riesenwelle im 6. Jahrhundert hinweisen. Das deckt sich mit historischen Quellen.

Mit Computersimulationen rekonstruierten die Wissenschaftler die Abfolge des Tsunamis: Demnach stürzte Gestein in die Rhone und löste einen Schlammstrom aus, der sich auf den Genfer See zubewegte. Nur 15 Minuten später erreichte eine Welle von 13 Metern Höhe die Stadt Lausanne, nach 70 Minuten kam sie in Genf an.

Die Forscher warnen im Fachmagazin "Nature Geoscience", dass solche Ereignisse auch in Zukunft auftreten können - mit verheerenden Folgen. Denn am Ufer des Genfer Sees leben mit mehr als einer Million Bewohnern inzwischen deutlich mehr Menschen als früher.

Auslöser des damaligen Steinschlags könnten den Wissenschaftlern zufolge ein leichtes Erdbeben und ein starker Platzregen gewesen sein.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)