29. Oktober 2012
Oma kann es noch lesen - aber in 20 bis 30 Jahren dürfte das Wissen verschwunden sein.
Die Rede ist von der Sütterlinschrift, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland verbreitet war, dann aber von den Nazis verboten wurde. Der Historiker Erich Wychlacz will die alte Schreibschrift retten und hat deswegen ein Übersetzungsbüro für Sütterlin-Schriftstücke gegründet. Dort nimmt er zum Beispiel Aufträge zur Übertragung von alten Briefen oder Akten an. Das ist nicht immer ganz einfach: Denn der Historiker muss sich erst in jede Handschrift neu einlesen, das könne durchaus schon mal ein paar Stunden dauern. Wychlacz befürchtet: Wenn niemand mehr die alte Schrift lesen kann, geht auch der Inhalt der Dokumente verloren - und damit das Fenster zu einer vergangenen Welt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)