29. Oktober 2012

"Asoziale" Einsiedlerkrebse klauen Artgenossen ihr Zuhause

Wird's in den eigenen vier Wänden zu eng, muss ein neues Zuhause her.

So auch die Logik des an Land lebenden Einsiedlerkrebses. Wie Biologen der Universität Kalifornien im Fachjournal "Current Biology" schreiben, verhalten sich die Schalentiere beim Umzug jedoch extrem unsozial. Demnach rotten sich die Tiere zusammen, um einem Artgenossen seine schützende Schale zu klauen. Sobald mindestens drei Krebse an einem Platz versammelt seien, zögen sie in kurzer Zeit andere Artgenossen an. Anschließend ordneten sich die Tiere in einer Art Polonaise an und packten ihren jeweiligen Vordermann um ihn aus seinem Schneckenhaus zu zerren. Gelinge das einem Krebs, komme es zu einer Kettenreaktion. Jeder versuche, seine Schale gegen eine größere einzutauschen. Der Verlierer bleibe mit dem kleinsten Schneckenhaus zurück, das weniger Schutz biete. Oft werde dieses Exemplar dann gefressen oder sterbe an Austrocknung.

Laut Forschern ist diese ungewöhnliche Form des asozialen Verhaltens der Anpassung an ein Leben an Land geschuldet. Im Wasser lebende Einsiedlerkrebse finden demnach einfacher eine neue Schale, weil sie dem Geruch gestorbener Schnecken folgten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)