30. Oktober 2012
Manchmal liegt er nachts wach und fragt sich, was die richtige Entscheidung ist.
Der CDU-Politiker Josef Hecken leitet den Gemeinsamen Bundesausschuss GBA, der entscheidet, wo sich Ärzte niederlassen dürfen und ob ein Medikament einen Mehrwert für Patienten hat. Das sei sehr schwierig, weil es selten Schwarz-Weiß-Entscheidungen gebe, sagt Hecken im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Viele neue Medikamente würden den Patienten zwar nützen, sie hätten jedoch zum Teil erhebliche Nebenwirkungen. Als Beispiel nennt er ein Medikament zur Lebensverlängerung bei Hautkrebs, das aber zu anderen Tumoren im Hals oder Kopf führen kann.
Hecken sagt, der GBA stoße hier in ethische Grenzbereiche vor. Er müsse sich fragen, ob man wirklich alles tun muss, was man kann. Oder ob man manches mit Blick auf die Menschenwürde unterlassen sollte.
Im GBA sitzen 13 Vertreter von Krankenkassen und Krankenhäusern, Ärzte und Politiker. Sie arbeiten im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)