30. Oktober 2012

Deutsches Schulsystem: 50.000 Schulabsteiger stehen 23.000 Aufsteigern gegenüber

In der Regel geht es bergab.

Auf diese knappe Formel lässt sich das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann Stiftung bringen, die untersucht hat, wie durchlässig das deutsche Schulsystem ist. Im Schuljahr 2010/11 wurden 50.000 Schüler zwischen Klasse fünf und Klasse zehn auf eine niedrigere Schulform herabgestuft. Im gleichen Zeitraum wurden nur 23.000, also knapp die Hälfte, heraufgestuft.

Am ungünstigsten ist das Verhältnis zwischen Auf- und Abstieg den Wissenschaftlern zufolge in Niedersachsen. Dort kommen auf einen Aufsteiger mehr als zehn Absteiger. Das beste Verhältnis fanden sie in Bayern, wo die Aufsteiger leicht in der Überzahl waren. Dieses vermeintlich positive Verhältnis hat seinen Ursprung im bayrischen Schulsystem: Dort wechseln viele nach der Grundschule erst einmal auf die Haupt- oder Realschule und von dort aus dann später auf das Gymnasium.

Die Forscher monieren, das Herabstufen von Schülern sei häufig pädagogische Praxis. Auf der anderen Seite werde viel zu selten geprüft, ob Kinder und Jugendliche einen Aufstieg schaffen könnten.

Link: http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-E707B8EC-5AF6C791/bst/hs.xsl/nachrichten_113951.htm

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)