31. Oktober 2012
In Rumänien wird jetzt Bildungspolitik per Eildekret gemacht.
Dort soll auf diesem Weg das Berufsabitur eingeführt werden. Die Bildungsministerin hat es so eilig, weil sie die Schüler die nächstes Jahr ihren Abschluss machen, nach eigenem Bekunden nicht länger im Unklaren lassen will. Staatschef Traian Basescu hatte sich kürzlich geweigert, das dafür notwendige Gesetz zu unterzeichnen - er schickte es zur Überarbeitung zurück ins Parlament. Die Überarbeitung entfiel aber bislang wegen massiver Abwesenheit der Abgeordneten.
Anders als das weiter bestehende normale rumänische Abitur dient das Berufsabitur nicht als Zulassung zu Hochschulen sondern ist lediglich ein Schulabschluss. Nach Darstellung der Bildungsministerin reagiert man damit auf Forderungen aus der Wirtschaft. Bildungsexperten vermuten aber, dass damit die schlechte Abi-Abschlussquote verschleiert werden soll. In den vergangenen Jahren schafften nicht einmal die Hälfte der Abiturienten die Hochschulreife.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)