1. November 2012
Die Haitianer haben keine Handykameras, um Bilder in die Welt hinauszuschicken.
Dieser Bildermangel sei nur einer der Gründe, warum die Schäden, die der Wirbelsturm Sandy auf Haiti verursacht hat, wenig beachtet würden. Wie die Nachrichtenagentur AFP schreibt, richtet sich der Fokus der Weltmedien vor allem auf die USA. Hier sei zudem die Stadt New York betroffen, ein Sehnsuchtsort vieler Menschen, der außerdem seit 9/11 mit Katastrophen verbunden werde. Ein weiterer Grund: Wegen der US-Präsidentschaftswahl seinen viele internationale Reporter vor Ort. Diese könnten dann schnell für ihre Heimatmedien berichten. Die haitianischen Behörden hätten dagegen nur langsam Informationen liefern können, bis dahin sei Sandy bereits weiter gezogen. Dabei sind allein in Haiti 54 Menschen gestorben. Im Süden des Landes wurden rund 70 Prozent der Ernte zerstört, Hilfsorganisationen befürchten nun Lebensmittelknappheit und den erneuten Ausbruch der Cholera.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)