1. November 2012

Schwarze Footballspieler werden eher für exzessiven Jubel bestraft

Wer einen Punkt macht, feiert.

Das ist beim US-amerikanischen Football nicht anders als beim Fußball. Wenn sich ein Spieler dort nach einem Touchdown aber allzusehr freut, riskiert er eine Strafe für unsportliches Verhalten. Zwei Wissenschaftler der Northwestern University in Illinois haben jetzt herausgefunden: Schwarze Sportler werden eher bestraft als weiße. Die Forscher werteten die Saison der National Football League 2010 und 2011 aus. Dabei stellten sie fest: Mehr als 90 Prozent der Strafen wegen Feierns richteten sich gegen Schwarze. Sie machen unter den Spielern insgesamt etwa 60 Prozent aus.

Ihre Ergebnisse untermauerten die Wissenschaftler zusätzlich mit einem Experiment. Sie zeigten Probanden Szenen eines Touchdowns durch einen weißen beziehungsweise einen schwarzen Spieler. Anschließend sollten die Teilnehmer bestimmen, wie hoch eine Bonus-Zahlung für den Erfolg ausfallen sollte. Bei dem Weißen war es egal, ob er feierte oder nicht. Bei dem Schwarzen dagegen fiel die Belohnung nach Jubelstürmen gut 20 Prozent niedriger aus.

Die Studie ist im Fachmagazin "Journal of Experimental Social Psychology" erschienen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)